

Verbotene Flugblätter, heimliche Filmaufnahmen, Razzien der Stasi! Wer in der DDR Umweltprobleme öffentlich machte, riskierte alles. Warum mutige Bürgerinnen und Bürger trotzdem kämpften und wie sie den Grundstein für die Umweltbewegung legten – das erfährst du in diesem Video.
Ja, Umweltaktivisten gab es in der DDR – aber die Staatsmacht hatte wenig Freudedaran. Wer Missstände öffentlich machte, riskierte Überwachung, Verhaftung und berufliche Nachteile. Erste Umweltinitiativen entstanden in den 1970er Jahren, oft unter dem Schutz der evangelischen Kirche – einem der wenigen Orte, an denen sich Menschen halbwegs frei austauschen konnten. Nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 verstärkte sich das Engagement: Die Umweltbibliothek in der Ost-Berliner Zionskirche druckte heimlich vom Staat nicht genehmigte Broschüren zu wichtigen Themen wie Umwelt und Politik und wurde zum Treffpunkt der Bewegung – bis die Stasi sie im November 1987 stürmte, Technik beschlagnahmte und Beteiligte verhaftete. Besonders spektakulär war eine heimliche Filmaktion im Juni 1988: Während das EM-Finale selbst viele Überwachungsorgane vor die Bildschirme band, dokumentierten Journalisten aus West-Berlin mit Hilfe des Netzwerks Arche das erschreckende Ausmaß der Umweltzerstörung rund um Bitterfeld. Ausschnitte davon liefen später in der ARD-Sendung Kontraste – und konfrontierten viele DDR-Bürgerinnen und -Bürger erstmals mit der vollen Wahrheit über die Zustände im eigenen Land.
Frage 27: Wen aus der DDR verehrst Du besonders und wofür?