

Warum lebten Menschen aus Afrika, Asien und Osteuropa in der DDR – und warum durften sie oft nicht bleiben?
Wie sah ein Leben aus, das streng geregelt war und kaum Freiraum ließ?
Das erfahrt ihr in diesem Video:
„Migration – aus welchen Ländern kamen Menschen in die DDR?”
1989 lebten in der DDR rund 180.000 Menschen aus anderen Ländern – zusammen mit etwa 16 Millionen DDR-Bürger:innen. Hinzu kamen sowjetische Soldaten, von denen seit 1950 mehrere hunderttausend in der DDR stationiert waren.
Neben ihnen kamen zehntausende Vertragsarbeiterinnen und Vertragsarbeiter aus sozialistischen „Bruderländern“ in die DDR – etwa aus Vietnam, Mosambik, Kuba, Angola oder Polen. Bis 1990 waren es insgesamt über 200.000 Menschen, die vor allem den Arbeitskräftemangel in der Industrie und Landwirtschaft ausgleichen sollten.
Die meisten waren jung und blieben nur für wenige Jahre. Eine dauerhafte Integration war nicht vorgesehen. Sie lebten meist getrennt von der deutschen Bevölkerung, oft auf engstem Raum in Wohnheimen, mit wenig Privatsphäre und strengen Regeln. Häufig teilten sich mehrere Personen ein Zimmer – etwa fünf Quadratmeter pro Person warenvorgesehen.
Reisen, Wohnortwahl oderpolitische Aktivitäten waren stark eingeschränkt. Freundschaften oder Beziehungen zu DDR-Bürger:innen waren unerwünscht, Familiennachzug meist verboten. Wer gegen Regeln verstieß, riskierte den Verlust seines Aufenthaltsrechts.
Neben den Arbeitsmigrant:innen lebten auch ausländische Studierende und politisch Verfolgte in der DDR. Sie kamen aus Ländern in Afrika, Asien oder Lateinamerika, um zu studieren oder Schutz zu suchen. Offiziell galt das als Ausdruck internationaler Solidarität – im Alltag aber waren auch sie oft von Kontrolle und Abgrenzung geprägt.
Nach dem Ende der DDR verloren viele ihre Arbeit und ihren rechtlichen Status. Einige mussten das Land verlassen, andere blieben und sahen sich in den 1990er-Jahren zunehmend mit rassistischer Gewalt konfrontiert, etwa bei den Ausschreitungen in Hoyerswerda 1991 oder Rostock-Lichtenhagen 1992.
Migration in der DDR war geprägt von Arbeit, politischer Strategie und internationaler Zusammenarbeit –aber auch von Kontrolle, Ausgrenzung und fehlender Integration.
Viele weitere, von Jugendlichen gestellte Fragen, haben wir für euch als Erklärvideos in der DDRBOX und als Shorts auf YouTube produziert.
#4 Marko: Ausreiseantrag